reflections

Musik, Drugs...und so

 

Morcheeba - Slow down. Ich liebe diesen Song, der grade im randomisierten Verfahren auf meiner Blog seite über Lastfm lief. Schon die ersten Töne sind Entspannung pur, so als hätte jemand den Schalter auf "chill" umgelegt. Und ich frage mich immer wieder, warum hat Musik so einen großen Einfluss auf uns - im speziellen betrachtet mich selbst - und mein Gefühlsleben? Fast jeder kennt das doch, man hört einen Song im Radio und denkt "Wow, das war doch aus dem Album, dass ich vor zig Jahren immer mit XY gehört habe!" - und schon sind die alten Emotionen und Gedanken wieder da. Also mir persönlich geht es so. Ich fühle mich dann augenblicklich wieder in die Zeit des intensiven Kontaktes mit dem Musikstück zurückversetzt. Mit Haut und Haaren. Wie es damals in mir aussah, wie die Umgebung war, Freud und Leid, alles ist plötzlich wieder präsent. Wie kommt das nur? In einem Artikel der Welt-online finde ich folgendes zum Thema:

 

"In seiner „Life Soundtracks"-Studie, die gemeinsam mit Philips erstellt wurde, beschreibt Levitin die physischen Auswirkungen von Musik auf das Gehirn und den so genannten „Sex, Drogen und Rock 'n' Roll"-Effekt. Er untersuchte, welchen Einfluss bestimmte Musikarten auf verschiedene Aktivitäten – sogenannte Life Soundtracks - haben können. Seit Jahrzehnten ist klar, dass der Gemütszustand von "Sex, Drogen und Rock 'n' Roll" enge Parallelen zum Hochgefühl aufweist, das entsteht, wenn Wettsüchtige eine Wette gewinnen oder Abhängige ihre Droge zu sich nehmen. Ähnliche Reaktionen treten bei sexuellen Aktivitäten auf, wo bei entsprechender Stimulation im Gehirn das Glückshormon Dopamin freigesetzt wird. Musik erzeugt ähnliche Gefühle, da durch Musik derselbe Bereich im Gehirn aktiviert wird, der auch für körperliche Reaktionen wie Schwitzen, sexuelle Erregung und das „Kribbeln im Bauch" verantwortlich ist. In vielen Fällen führt diese Stimulation zu einem Gefühl wie Euphorie, weswegen dieser Bereich des Gehirns auch gern als das Zentrum für „Sex, Drogen und Rock 'n' Roll" bezeichnet wird."

Aha, soso. Na nun weiss ich bescheid und denke mir wieder einmal: lieber blind als taub! Übrigens geht es mir mit Gerüchen fast genau so.

1 Kommentar 29.9.08 00:15, kommentieren

Ach was wolkig!

Absolut mieseste Bedingungen beim nächtlichen Plejaden-Mond-Spektakel. War ja klar. Da will man einmal was Schönes sehen und fotografieren, und schon zeigt sich alles was Wolke heisst am Südosthimmel, wohingegen der Westen auflockert - dort gab es aber keinen Mond und noch weniger Siebengestirne zu betrachten. Argh! Nach 4 Stunden frieren und ca. 120 Fotos habe immerhin ein einziges erwischt, auf dem die wolkenverhangene Begegnung wenigstens teilweise sichtbar ist. Aber angeblich gibt es im Novemer noch eine Chance, wollen wir es hoffen, dass das Seeing dann besser wird!

 

 

 

 

 

 

 

Und der Mond nochmal solo mit dem kleinen Objektiv. Morgen versuche ich mich mal an der analogen Kamera mit dem ultra Tele.

1 Kommentar 20.9.08 22:49, kommentieren

Preparing...

Morgen nacht ist es soweit, bzw. eher übermorgen früh. Die Plejadenbedeckung durch den Mond will ich mir auf keinen Fall entgehen lassen. Leider ist mein Budget in den letzten Monaten so strapaziert worden, dass ich sogar kurzzeitig eine Sperrung meines WoW-Accounts ertragen musste, mangels Geld. Für ein anständiges Teleskop reicht es also noch lange nicht. Daher muss ich mich mit einem 20x60 russischen Kampffernglas der Marke Kronos benügen. In der sehr klaren Nacht heute habe ich mal angefangen, ein paar Fotos zu schiessen - hier also meine ersten Versuche der Astrofotografie mit Digitalkamera. Fotografiert mit einer Panasonic Lumix DMC FZ30, 20 Sek. Belichtungszeit.



Der Jupiter im Schützen - kurz bevor er aus meinem Fotofeld verschwand. Teile des Schlangenträgers sind auch noch drauf.



Unterer Teil der Schlange und Teile des Bärenhüters mit Arcturus im Vordergrund (glaube ich). Irgendwie war es wohl noch zu früh, denn die Bilder sind sehr verrauscht und mit einer Menge Störungen. Hmm. Oder Digicams sind nicht das Non plus ultra dafür. Kann auch sein. Hoffe, dass ich morgen ein paar gute Aufnahmen hinkriege. Und dass der Mond rechtzeitig an meiner Terrasse vorbei kommt

1 Kommentar 18.9.08 22:36, kommentieren

Draussen auf dem Land Teil I

Es ist endlich September und ich warte schon den ganzen Sommer darauf. September heisst, etwa ab Mitte des Monats wird in unseren Breiten endlich das Sternbild des Stieres wieder zu sehen sein - und damit der Sternhaufen der Plejaden.
Und weil ich es nicht erwarten kann, Kopfschmerzen habe und mir langweilig ist, bin ich eben mal losgetigert um zu schauen was man am ländlichen Mitternachtshimmel heute so sieht. Leider ist selbst so weit draussen wie hier die "Lichtverschmutzung" immer so so enorm, dass ich mir die Hand zum Blendschutz an die Sitrn halten muss, wenn eine Straßenlaterne in der Nähe ist. Gut, dass mich keiner gesehen hat. Wirklich viel sehen kann ich allerdings auch nicht. Zu wolkig, wie immer. Ausserdem hängt der Stier heute leider doch noch zu tief am Horizont und selbst in meinem Kaff sind da zu viele Häuser im Weg. Mitten in der Nacht auf den ömmeligen Feldwegen rumlaufen will ich dann doch auch nicht unbedingt. Also gurke ich ein bisschenn weiter durchs Dorf, auf meiner persönlichen Sightseeing - Tour. Dort auf dem Parkplatz am Sportplatz haben wir immer gegammelt. Pärchenweise im Auto, die ganze Clique verstreut... und auf der kleinen Wiese nebenan habe ich meinen ersten richtigen Kuss bekommen. Von jemandem, der inzwischen bereits tot ist. Unglaublich. Ein paar Meter weiter an der Klostermauer hatte ein Anderer mal "I love you" für mich hingesprüht. Ist inwzischen auch schon wieder beseitigt. Und die Schrift auf dem beleuchteten Hinweisschild der Dorfschänke ist nur deshalb erneuert worden, weil ich sie einst im absoluten Vollrausch angefangen habe abzurupfen. Ja mein Ort hat mir einiges zu verdanken! In den alten Klostergebäuden neben der anschaulichen Basilika ist inzwischen eine Jugendherberge untergebracht. Manchmal laufen hier Gruppen von verwirrt aussehenden Jugendlichen durch den Ort, dann weiss man: es hat wieder eine arme Schulklasse erwischt. Viel gibt es hier nämlich nicht zu sehen oder zu tun. Obwohl... ich laufe das kleine Klostergässchen entlang und entsinne mich, dass ich einst mit flegelhaften 16 Lenzen hier im Auto meines Nachbarn meine ersten Fahrversuche hatte. Alkoholisiert. Der Nachbar hing auf dem Dach. Für den Rückweg haben wir dann Plätze getauscht. Ach was hatte ich Spaß! Und hier: in dem mehr als windschiefen Haus gegenüber wohnte doch dieser eine Alt-Hippie, der immer genug Gras für uns alle gebunkert hatte. Selbiger, der diese absolut schrillen, nur im Delirium zu ertragenden Fraktalbilder gemalt hat und sich mittels einer Sicherheitsnadel und eines Pfennigstückes die Backe perforieren konnte. Goa in der Wetterau!
Irgendwie erinnert mich das Ganze an Berlin. Dort habe ich auch so viele Erinnerungen und dort fühle ich mich auch irgendwie zu Hause. Nur dass in Berlin nicht so viele merkwürdige kleine Einfamilienhäuser rumstehen, die ich gruselig finde. Keine Ahnung, warum, aber auf mich wirken die großen Berliner Altbaubunker immer beruhigend. Und noch viel mehr die Hinterhöfe. Schade nur, dass ich nie in so einem gewohnt habe. Haus, nicht Hof. Hier ist nach 23 Uhr jedenfalls alles dunkel und wenn ich nicht Postal Service im Ohr hätte, könnte ich das Schlurfen meiner Schuhe beim Laufen hören. Irgendwann ziehe ich wieder in die Stadt.
Wieder daheim merke ich wieder, dass meine Kopfschmerzen immer noch da sind...

1 Kommentar 11.9.08 01:03, kommentieren

Alpha Centauri

Ich bin ein großer Fan dieser Sendung, vor allem wegen dem "Moderator" Harald Lesch, dessen Bücher zu Quantenmechanik und Astrophysik meine Regale füllen (auch wenn viele in die Materie Integrierte dies sicherlich als populäriwssenschaftlichen Kommerz betrachten würden). Er vermittelt diese absolut komplexen, schwer zu veranschaulichenden Sachverhalte, die an sich keinen Nichtphysiker je interessieren würden, so gut, dass selbst meine Mutter gerne zuschaut. Und die ist beileibe eine kritische Natur! Man fühlt sich bei Alpha Centauri immer in die Uni zurück versetzt, abgesehen davon, dass wir in den Hörsälen damals keine nostalgischen Schulbänke und eine klapprige Kipptafel hatten. Aber wie er so vor sich hin doziert und immer mal wieder in die Kamera fragt, ob man noch mitkommt oder etwas nicht verstanden hat, ist göttlich. Ausserdem ist Herr Lesch auch Hesse, sogar gebürtiger Giessener - wir hatten quasi die gleiche Wiege. Inzwischen habe ich mir die erste Staffel dieser Reihe besorgt und bin nun bei einer Folge mit dem sensationellen Titel "Gibt es Schnaps im All?" angelangt. Definitiv eine Folge für einen verkaterten Sonntag. Prost.

 

1 Kommentar 1.9.08 03:16, kommentieren



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